Schmetterlinge_im_Bauch

Schmetterlinge im Bauch.

Gemeinsam kann man sehr viel erreichen, man muß zum Verständnis keine Beispiele aufzählen, Ergebnisse friedlicher Wiederstände sind uns allen hinreichend bekannt. Nendo Dango ist eine der vielen Möglichkeiten mit der man etwas bewirken kann. Auch wenn es noch so aussichtslos erscheint, entscheidend ist das viele mitmachen.
Laß dich inspirieren von unseren Ideen und denke mindestens einmal pro Woche etwas intensiver über diese Möglichkeit nach die wir hier aufzeigen. Einmal täglich wäre zwar besser, aber einmal wöchentlich wäre schon riesig.

Wir werden hier versuchen fertige Rezepturen für „Nendo Dango’s“ zu erstellen, natürlich mit den entsprechenden Anwendungshinweisen. Nur der intelligente Einsatz der Nendo Dango macht wirklich Sinn. Wie bei dem Gleichnis aus der Bibel mit dem Samenkorn, daß auf unfruchtbaren Boden fällt. Pflanzen gedeihen nur ordentlich, wenn sie auch den für sie speziellen Boden als Grundlage bekommen. Deshalb sind einfach gefasste Anleitungen sehr wichtig und stehen an erster Stelle bei der anstehenden Arbeit.

Noch ein paar kurze Anmerkungen dazu wer WIR sind. Und danach noch einige Gedanken, Tatsachenberichte und weiterführende Links zur Aufklärung warum die momentane Situation so brenzlich ist. Nicht nur für Schmetterlinge & Bienen, sondern auch für uns. Denn uns betrifft es nachhaltig, wenn Schmetterlinge & Bienen verschwunden sind – nur dann ist es sicher auch für uns zu spät.

Wir, das ist eine lockere Gruppe von Kleinzell ImkerInnen die sich in den letzten Jahren über das Diskussionsforum bei https://ApisNETZ.de/forum zusammen gefunden hat. Es sind Imker aus Niedersachsen, NRW, Türingen, Sachsen und Bayern in Deutschland, Städten und Tälern der Schweiz, vielen Gegenden in Österreich, bis nach Teneriffa auf den Kanarischen Inseln. Wir alle verfolgen das gleiche Ziel. Die Suche nach einer Möglichkeit unseren Bienen zu helfen. Zu erkennen wo die Ursachen für diese schrecklichen Bedingungen zu suchen sind. Um sie letztlich irgendwann einmal abstellen zu können, bevor es zu tatsächlich nicht nur für die Bienen zu spät ist.

Ursache und Wirkung.

In vielen Publiktionen wird darauf hingewiesen das nun nach den Bienen, auch die Schmetterlinge sterben. Ich denke es ist eher genau umgekehrt. „Die Schmetterlinge sterben ganz still“, deshalb ist es den meisten wohl auch nicht vorher aufgefallen. Tatsache ist, daß die Schmetterlinge schon seit Anfang der 90er Jahre sterben. Erst kaum merkbar und inzwischen in einigen Teilen der Welt schon sehr dramatisch. Die Kausalität betrifft Schmetterlinge und Bienen gleichermaßen. Bei den Bienen fiel es als erstes auf, weil starke wirtschaftliche Interessen mit der Bienenhaltung verbunden sind. In den USA werden nicht nur Milliarden von Bienen für die Bestäubung von Mandelbäumen oder riesigen Kleefeldern benötigt. Die Bestäubungs-Imkerei ist ein riesiger Wirtschaftszweig dort. Hinzu kommen aber auch sehr viele Berufimker die für die Honiggewinnung die unterschiedlichsten Obst und Gemüse Plantagen und Felder anwandern, also mit ihren Bienenvölkern dort hinfahren.

In den USA trat das CCD (Colony Collapse Disorder) in den 2000er Jahren zuerst auf. Hauptsächlich in den landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten. Aber nicht nur in den USA, auch bei uns in Deutschland. 2008 im Oberrheingraben, verlor unser Freund Christoph Koch fast alle seine 200 Bienenvölker, seitdem kämpft er unermütlich für die Bienen.

Man kann davon ausgehen das der Einsatz sogenannter Pflanzenschutzmittel (PSM) für diese Misere verantwortlich ist. Ich bin leider hier zu der vorsichtigen Ausdrucksweise gezwungen weil es noch keine „eindeutigen Nachweise“ seitens der Bienenwissenschaftler dazu gibt. Den wird es auch zukünftig mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben. Wieso mir gerade das Sprichwort „Man beißt nicht in die Hand die einen füttert“ durch den Kopf geht weiß ich jetzt auch nicht. Aber Ursache und Wirkung sind nicht zu übersehen. Seit dem weltweiten Einsatz des Pflanzenschutzmittels RoundUp mehren sich die Probleme. (Anmerkung: Der Begriff „Pflanzenschutzmittel“ für ein Produkt das Pflanzen umbringt, zeigt schon die ganze Perversität auf.) Monarch-Falter, die sich von Seidenpflanzen ernähren, waren einst im mittleren Westen der USA weit verbreitet. Jetzt werden sie aufgrund der GVO-Kreationen von Monsanto und deren Pestiziden ausgerottet.

Der Biologe der Iowa State University, John Pleasants, hat in den letzten anderthalb Jahrzehnten die Maisfelder in seinem Staat beobachtet. Vor RoundUp wuchsen auf den Feldern Seidenpflanzen und jetzt kann nicht eine einzige Pflanze gefunden werden. Das Herbizid, das unerwünschte Unkräuter abtöten sollte, hat aber auch die Nahrungsgrundlage des Monarchen abgetötet. Monsanto und die FDA sind sich dessen bewusst. Sie haben den Nachweis von Wissenschaftlern der ganzen Welt erhalten, die sich damit beschäftigt haben, und ihre Reaktion darauf?

Tom Helscher vom Büro für Unternehmensangelegenheiten bei Monsanto sagt, die Erhaltung der Schmetterlinge sollte mit der „Notwendigkeit, die Produktivität in der Landwirtschaft zu verbessern“ abgestimmt werden.

Wer könnte in der Landwirtschaft produktiver sein? Die Schmetterlinge und Bienen haben uns schon immer viel Arbeit abgenommen.

Hier wird einem herrlichen Geschöpf der Garaus gemacht indem man seine Nahrungsgrundlage vernichtet.

Wenn Du also demnächst das lästige Unkraut auf den Wegen deines Gartens, Vorgartens, oder wo auch immer, beseitigen willst und dazu eine Dose oder Flasche in die Hand nimmst, aus der Du etwas auskippst oder versprühst, dann lies erst einmal was drauf steht. Möglicherweise steht RoundUp oder Monsanto drauf. Es gibt bessere und billigere Möglichkeiten. Die beste Wahl ist unerwünschte Beikäuter auszurupfen, hilft gleichzeitig dabei überflüssige Pfunde zu verlieren.

Seit dem Einsatz der sogenannten Neonicotinoide, sterben auch die Bienen. Neonicotinoide sind 7000 mal giftiger als DDT. Einige Neonic Produkte sind inzwischen zwar verboten, aber die Auswirkungen bestehen weiterhin, da sich dieses Gift im Boden anreichert und nur sehr langsam abgebaut wird.

Auszug aus der deutschen WikiPedia:
Neonicotinoide sind in mehr als 120 Ländern zugelassen. Mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. € hatten sie im Jahr 2008 einen Anteil von 24 % am globalen Insektizidmarkt. Neonicotinoide haben eine noch größere Bedeutung auf dem Markt für Beizmittel. Mit der Einführung der ersten Neonicotinoide in den 1990er Jahren ist dieser Markt stark gewachsen, von 155 Mio. € (1990) auf 957 Mio. € (2008). Der Umsatz von Beizmitteln wurde 2008 zu 80 % von Neonicotinoiden dominiert.

Sieben Neonicotinoide von verschiedenen Herstellern sind derzeit auf dem Markt.

Name Hersteller Produktnamen Umsatz in Mio. US$ (2009)
Imidacloprid Bayer CropScience Confidor, Admire, Gaucho 1.091
Thiamethoxam Syngenta Actara, Platinum, Cruiser 627
Clothianidin Sumitomo Chemical/Bayer CropScience Poncho, Dantosu, Dantop 439
Acetamiprid Nippon Soda Mospilan, Assail, ChipcoTristar 276
Thiacloprid Bayer CropScience Calypso, Lizetan (in Kombination mit Methiocarb) 112
Dinotefuran Mitsui Chemicals Starkle, Safari, Venom 79
Nitenpyram Sumitomo Chemical Capstar, Bestguard 8

Der Patentschutz ist für die meisten Neonicotinoide abgelaufen (Imidacloprid seit 2005). Die Produktion von Generika ist in Ländern wie Indien und China bereits etabliert.

Zum Schluß noch ein paar Anmerkungen zu den Varroamilben die als Grund für das Bienensterben immer wieder gerne angeführt werden. Ganz besonders von den Wissenschafts-Vasallen der Pestizid-Industrie.

Was glaubst Du wieviel Schmetterlinge von Varroamilben befallen sind und dadurch sterben?

Mit der Varroamilbe schlagen wir Imker uns schon seit über 30 Jahren rum. Wieso sterben also die Bienen erst jetzt so massenhaft?

Noch eine Anmerkung zum Schluß. Als ich bei der Recherche zu diesem Artikel las, das sich in den USA die Menschen zusammenrotten um für die Ausbreitung der Seidenpflanzen außerhalb der zu Felder sorgen, zur Rettung des Monarch-Falters, da wusste ich das wir auf dem richtigen Weg sind.
Wenn einem aufgrund solcher Erlebnisse die Glückshormone in die Blutbahn knallen, dann ist das ein unglaublich geiles Gefühl.

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Schmetterlinge sterben mit den Bienen.

Die Auswirkungen der „modernen“ Landwirtschaft auf die Tierwelt sind schon gravierender als Du denkst.

Wir haben „The Day After Tomorrow“ verpennt. Das war schon gestern!
In den Niederlanden sterben schon die Vögel wegen der hohen Neonicotinbelastung im Grundwasser. Die erste No Go Area in Europa ist das Tullner Feld westlich von Wien. Hier sterben nicht nur die Bienen. Es wird nicht die einzige No Go Area bleiben wenn wir nichts ändern.
Möglichkeiten dazu gibt es immer, man muss es nur tun!

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Die Bienen auf den folgenden Bildern sind 2014 gestorben nach dem Besuch der Rapsfelder im Tullner Feld.

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Auf dem ersten Bild sieht man wie die Bienen versuchen ihren Stock zu finden, sie haben jegliche Orientierung verloren.
Zweites Bild, tote Bienen vor den Bienenstöcken. Drittes Bild, kläglicher Rest von ehemals ca. 50.000 Bienen/Volk.

Laßt uns darüber reden.

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Wo haben „nendo dango“ keinen Sinn.

Gibt es solche Gebiete schon? Die Antwort scheint leider JA zu sein.
Das erste Gebiet in dem Honigbienen und damit alle wild lebenden Insekten und langfristig auch die Vögel akut gefährdet sind ist das Tullnerfeld in Österreich, westlich von Wien. Die Anzeichen dafür verdichten sich immer mehr.

Woher weiß man das? Zeiger Insekten sind für uns die Honigbienen.
Die Auswirkungen massivster Umweltvergiftung durch sogenannte PSM (Pfanzenschutzmittel) fällt zuerst am sterben der Honigbienen auf. Kommt es bei Imkern vermehrt zu Völkerverlusten, so schlagen diese sofort Alarm. Gemeint sind nicht nur die Freizeitimker sondern hauptsächlich die Nebenerwerbs- und Berufsimker. Eine Berufgruppe, deren Existenz auf dem Spiel steht wenn die Bienenvölker sterben und es für sie als Profis keine Möglichkeit mehr gibt dies aufzuhalten.

Ich spreche dies hier ganz besonders an weil es bei uns in Deutschland Bienenwissenschaftler gibt die immer wieder in den Medien behaupten die Ursache der Bienenverluste läge bei den Imkern selbst. Desinformierten Bürgern mögen solche Argumente noch einleuchten, besonders dann, wenn hochrangige Fachleute solche Argumente vortragen. Und hochrangige Fachleute sind sie in der Tat. Welche Gründe sie haben solche Argumente zu propagieren, mag jeder selbst hinterfragen. Lebenserfahrene und aufgeklärte Menschen erkennen sehr schnell die Gründe für solch ein Verhalten.

Tatsache ist, dass solche Argumente ad absurdum geführt werden wenn es um Wirtschaftsbetriebe geht die von ausgebildeten Imkern geführt werden. Imker die ihre Berufsausbildung nicht bei diversen Imkerkursen, die allerortens für Freizeitimker angeboten werden, erworben haben. Nein, gemeint sind Fachleute vom Tierwirt/Imkerei über Imkermeister bis hin zu promovierten Biologen.

Was sind die eigentlich Gründe dafür?
Die Gründe liegen auf der Hand und es gibt ausreichend Beweise dafür. Der erst kürzlich veröffentlichte Artikel der Stadtgemeinde Tulln über die erhöhte Belastung des Grundwassers durch gefährliche Pestizide im Tullnerfeld, ist ein weiterer Hinweis auf die tatsächlichen Gründe.
Wenn erst das Grundwasser verseucht ist bewegen wir uns auf chinesische Zustände zu.

Welche Auswirkungen hat dies für Insekten und Vögel?
Die Auswirkungen sind gravierend, Blüten besuchenden Insekten wird die Lebensgrundlage entzogen. Honigbienen ernähren sich ausschließlich von Blüten und Pflanzensäften. So auch die meisten solitär lebenden Wildbienen. Ihr Proteinbedarf wird durch den gesammelten Blütenstaub, die Blütenpollen, gedeckt. Pflanzensäfte und Pollen sind gleichermaßen mit diesen Giftstoffen kontaminiert.

Wann hast du das letzte Mal einen Spatzenschwarm gesehen?
Möglicherweise trifft das auch für die Samen vieler Pflanzen zu. Die meisten Singvögel ernähren sich von Insekten und Pflanzensamen! Sie sind somit die nächste Stufe der Ausrottung.

In solchen Gebieten ist der Einsatz von nendo dango mehr als fraglich und bringt nur noch optische Vorteile.

Gibt es solche No Go Areas auch bei uns in Deutschland?
In der massiven Form noch nicht. Erste Hinweise verdichten sich allerdings in landschaftlich stark genutzen Gebieten, wie dem Rhein-Main-Becken. Berufsimker aus diesem Gebiet berichten zurzeit über stärkere Bienenverluste als bisher und sehen teilweise sehr schwarz. Ob es dort passiert muß man abwarten. Der Niederrhein könnte das nächste Gebiet danach sein. Vorerst ist das aber noch alles spekulativ.

Links:
Coordination gegen Bayergefahren

 

herkulesstauden

Keine Chance der Herkulesstaude

Über das Pro & Kontra zu Neophyten kann man streiten. Dem Riesen-Bärenklau oder Herkulesstaude sollte man (gerade als aktiver Imker) keine Chance geben. Ausgesäht sind solch gefährliche Pflanzen sehr schnell, manche wird man aber nie wieder los. Die restlose Beseitigung der Herkulesstauden ist zwar nicht unmöglich, aber doch sehr mühsam.
An meinem letzten Bienenstand gab es einen größeren Bestand an alten Herkulesstauden. Und obwohl ich über drei Jahre verhindert habe daß sie Samen bilden konnten verschwanden sie nicht.

Sandbiene

Jetzt schon nendo dango vorbereiten.

 

 

Jetzt ist die richtige Zeit um nendo dango für den Einsatz vorzubereiten. Ich bestücke einen Teil meiner nendo dango mit Samen der Acker-Kratzdistel, Echter Steinklee und Fenchel. Diese sind für Strassenränder im äußeren Grüngürtel von Köln bestimmt. Das ist auch der Bereich, in dem meine Bienen zu Hause sind.

maehmaschineEs ist darauf zu achten, dass die nendo dango in einem Mindestabstand von über 2 Meter zum Straßenrand platziert werden. Im Frühsommer, wenn diese Pflanzen in voller Blüte stehen, wird nicht selten ein etwa 2 Meter breiter Streifen durch das Grünflächenamt abgemäht. Daher ist eine Aussaat im vorderen Bereich völlig sinnlos

Da diese Pflanzen alle eine relativ hohe Wuchshöhe haben, könnte es in Bereichen der Innenstadt zu unnötigen Beseitigungsaktionen kommen. Hier kommen Blühpflanzen zum Einsatz, die „optisch“ besser ankommen und trotzdem den Bienen von hohem Nutzen sind. Dazu später noch mehr.